Beratung für Chastees
Warum ich keine Beratung anbiete
In der BDSM-Welt gibt es viele Rollen und Dynamiken, die unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen mit sich bringen. Als Keyholderin oder dominante Partnerin habe ich mir über die Jahre ein klares Bild darüber gemacht, wie ich meine Zeit und Energie am besten einsetzen kann. Aus diesem Grund möchte ich gleich zu Beginn klarstellen: Ich biete keine Beratung für Chastees an.
Viele Männer, die sich als Chastees sehen, also als Personen, die von ihrer Keyholderin keusch gehalten werden, haben in der Vergangenheit versucht, mich um Rat oder Anleitung zu bitten. Leider hat sich gezeigt, dass diese Anfragen oft wenig konstruktiv waren. Ein großer Teil der Zeit, die sie für Beratung beansprucht haben, wurde tatsächlich für Fantasien, Anmachen oder das Ausloten meiner Reaktionen genutzt, nicht für echtes Wachstum oder Verständnis der Dynamik. Das ist weder respektvoll noch zielführend und nimmt der tatsächlichen Interaktion den Raum, den sie verdient.
Darüber hinaus ist es mir schlichtweg unmöglich, mich in einen Chastee hineinzuversetzen. Meine Erfahrung beschränkt sich ausschließlich auf die Rolle der dominanten Partnerin. Ich kenne die Perspektive von Keyholderinnen, die Macht ausüben, Grenzen setzen und Verantwortung tragen. Die Erfahrungen eines Chastees, die psychologischen Nuancen, die Frustration oder die Lust an der Kontrolle durch einen anderen, sind mir fremd. Ich könnte niemals authentisch beraten, da ich schlichtweg nicht die gleiche Perspektive oder innere Erfahrung habe.
Ich möchte an dieser Stelle betonen: Dies ist keine Abwertung der Rolle eines Chastees oder der Dynamik selbst. Es ist einfach eine Frage von Kompetenz und Ehrlichkeit. Ich kann nur das weitergeben, worin ich selbst erfahren und geübt bin. Alles andere wäre oberflächlich und potenziell irreführend.